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Analyse13.07., 11:15

Vanguard FTSE All-World UCITS ETF Dist: Die Konkurrenz ist billiger geworden – lohnt der Wechsel?

Der Fonds hat das Jahrestief bei 102,97 EUR verlassen und in vier Wochen 9,3 Prozent zugelegt — bis zum Jahreshoch fehlen weiter 20,6 Prozent, und die Streuung ist enger, als die Zahl der Positionen vermuten lässt.

Sabine ReuterBewertung und Kennzahlen

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Blick aus einem Flugzeugfenster über eine geschlossene Wolkendecke, darunter schemenhaft eine Küstenlinie, klarer Horizont, helles Tageslicht. Der Fensterrahmen bildet einen dunklen Rand. Fotorealistisch, redaktionelle Bildsprache, natürliches Licht, ruhige Farben, 16:9 quer. Keine Logos, keine Marken, keine lesbare Schrift im Bild.

Vor drei Jahren war dieser Fonds der liquideste am Markt. Heute ist er es nicht mehr. Das ist kein Grund zum Verkauf, aber es ändert die Rechnung: Ein Wechsel kostet Spread und möglicherweise Steuer, und beides muss die Kostendifferenz erst einspielen.

  • Für den WechselDie Kostendifferenz wirkt jedes Jahr aufs Neue, ohne dass jemand etwas tun muss.
  • Gegen den WechselSpread und Steuer zahlt man sofort, die Ersparnis kommt über Jahre — und das Dranbleiben wirkt verlässlicher als die Auswahl.

Das Wichtigste in Kürze

Vanguard FTSE All-World UCITS ETF Dist notiert bei 138,20 EUR und hat sich damit 34,2 Prozent über das 52-Wochen-Tief geschoben; zum Hoch von 174,14 EUR fehlen 20,6 Prozent.

Der Aufbau trägt: 1.289 Positionen bei laufenden Kosten von 0,32 Prozent, und auf die zehn größten entfallen nur 17 Prozent. Ein Fonds mit dieser Verteilung folgt dem Markt — er schlägt ihn nicht und stürzt auch nicht an einem einzelnen Titel ab.

Chart-Check: Erholungsswing mit Widerstand bei 145,00 EUR

Widerstand 146,49
Kursverlauf Vanguard FTSE All-World UCITS ETF Dist (VWRL) — zuletzt 138,20 EUR, +0,43 EUR · +0,31 %

Der Kurs hat in den vergangenen vier Wochen 9,3 Prozent zugelegt und notiert bei 138,20 EUR. Das Jahrestief bei 102,97 EUR liegt damit 34,2 Prozent zurück, das Jahreshoch bei 174,14 EUR noch 20,6 Prozent voraus. Der nächste markante Widerstand liegt im Bereich um 145,00 EUR — dort lagen zuvor Unterstützungen, und was einmal gehalten hat, wird auf dem Rückweg zuerst wieder geprüft.

Der RSI steht bei 63. Damit gibt der Indikator kein Extrem her; er bestätigt die Bewegung, mehr sagt er an dieser Stelle nicht. Entscheidend bleibt, ob der Kurs die Zone um 130,00 EUR als Unterstützung behält: Was der Chart nicht zeigt, ist der Grund — eine Meldung zum Unternehmen löst jede eingezeichnete Linie in einer einzigen Kerze auf.

Instrument
Vanguard FTSE All-World UCITS ETF Dist
ISIN
IE00B3RBWM25
WKN
A1JX52
Kürzel
VWRL
Gattung
ETF
Branche
Aktien breit gestreut
Region
Welt
Kurs
138,20 EUR
Veränderung heute
+0,31 %
52-Wochen-Hoch
174,14 EUR
52-Wochen-Tief
102,97 EUR
Laufende Kosten
0,32 % p.a.
Fondsvolumen
63,7 Mrd. EUR
Positionen
1.289
Top 10 zusammen
17 %

Aufbau und Kosten: 0,32 % im Jahr, 1.289 Positionen

Der Fonds hält 1.289 Positionen und verwaltet 63,7 Mrd. EUR. Die laufenden Kosten liegen bei 0,32 Prozent im Jahr — auf zwanzig Jahre gerechnet ist das der Teil der Rendite, der sicher weg ist, während alles andere Prognose bleibt.

Die Verteilung ist flach: Auf die zehn größten Positionen entfallen nur 17 Prozent. Das dämpft die Ausschläge nach unten und begrenzt sie nach oben — ein Fonds mit dieser Struktur folgt dem Markt und schlägt ihn nicht.

Was ein Indexfonds nicht leistet, gehört zur Beurteilung dazu: Er trifft keine Auswahl. Wird eine Position im Index teuer, kauft er sie teurer nach — nicht aus Überzeugung, sondern nach Regel. Genau diese Regel ist der Grund, aus dem er auf lange Sicht funktioniert, und der Grund, aus dem er eine Übertreibung mitmacht.

Zuflüsse: Das Geld kommt weiter herein

In den vergangenen Wochen flossen netto 1,41 Mrd. EUR in den Fonds. Das sind 2,2 Prozent des Fondsvolumens — gemessen am Volumen eine ruhige Bewegung.

Zu einem Indexfonds gibt es keine Analystenurteile — er hat kein Management, das jemand einschätzen könnte. Die Zuflüsse sind der Ersatz dafür und die ehrlichere Größe: Sie sind keine Meinung, sondern eine Handlung. Für den Kurs bedeuten sie allerdings nichts: Ein ETF notiert am Wert seiner Bestandteile, und wer ihn kauft, treibt nicht seinen Preis, sondern lässt Anteile schaffen.

Das Setup: Chance-Risiko-Verhältnis von 0,9 zu 1

Wer die Bewegung handeln will, findet die Einstiegszone zwischen 135,00 EUR und 140,00 EUR, solange der Kurs die Unterstützung um 130,00 EUR hält. Ein Stop unter dem letzten Zwischentief liegt bei 125,00 EUR. Als erste Zielzone bietet sich der Analystenkonsens von 150,00 EUR an; daraus ergibt sich ein Chance-Risiko-Verhältnis von rund 0,9 zu 1.

Wer der optimistischeren These von Goldman Sachs folgt, peilt 180,00 EUR an — Voraussetzung dafür bleibt, dass der Markt die harten Zahlen wieder stärker gewichtet als die Erzählung darüber.

Diese Marken sind ein Anlass zum Nachdenken und keine Anweisung: Ein Trend gilt, bis er gebrochen ist, und der Bruch ist erst nachträglich zu erkennen. Vor der Frage nach dem Einstieg steht ohnehin die andere — passt der Titel zu dem, was schon im Depot liegt? Ein weiterer Wert aus derselben Branche erhöht die Rendite nur, wenn er sich anders verhält als der Rest.

Quelle: Kurs- und Stammdaten des Fonds; Kostenquote, Fondsvolumen, Gewichtung, Zuflüsse und Marken sind in dieser Vorschau Beispielwerte. Keine Anlageempfehlung.

Kommentare

0/800
  • Ramona, 5713.07., 18:05

    Ein Chance-Risiko-Verhältnis von 2,6 zu 1 setzt voraus, dass der Stop hält. Bei einer Gewinnwarnung tut er das nicht.

  • Dennis, 3313.07., 15:55

    Gute Aufteilung — Chart, Fundamentaldaten, Sentiment. So lässt sich wenigstens erkennen, woran man widerspricht.

  • Jasmin, 3713.07., 13:45

    Was mir fehlt: die Verschuldung im Verhältnis zum operativen Ergebnis. Der Rest ist ohne sie nicht zu bewerten.

Bewertung und Kennzahlen · 29 Beiträge

Liest Quartalsberichte von hinten — dort steht, was im Ausblick fehlt. Schwerpunkt sind Geschäftsmodelle mit wiederkehrenden Erlösen und die Frage, wann ein Bewertungsaufschlag verdient ist.

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